Politik & Verbände
Der Bundesrat beabsichtigt, per 2020 Lärmgrenzwerte für alle Bahngüterwagen auf dem Schweizer Normalspurnetz in Kraft zu setzen und die Trassenpreise für lärmarme Güterwagen zu senken. Bisher galten Lärmgrenzwerte nur für Schweizerische Güterwagen Schweizerischer Wagenhalter. Damit werden Güterwagen mit lärmigen Grauguss-Sohlen-Bremsen in der Schweiz faktisch verboten. Davon betroffen sind ausländische Güterwagen, da die in der Schweiz registrierten Güterwagen bis zu diesem Zeitpunkt dank Bundesbeiträgen und lärmabhängigen Trassenpreise alle lärmsaniert sein werden. Mit den neuen Grenzwerten per 2020 wird somit die Durchfahrt von ausländischen Güterwagen mit lärmigen Grauguss-Sohlen-Bremsen faktisch verunmöglicht. Dies beeinträchtigt den Bahngüterverkehr, der im Import-, Export- und Transitverkehr rund zur Hälfte in ausländischen Güterwagen abgewickelt wird. Der VAP Verband der verladenden Wirtschaft empfiehlt deshalb seinen ausländischen Mitgliedern bzw. den europäischen Haltern von Güterwagen jetzt die notwendigen Massnahmen zu ergreifen, um ihre Wagen auf lärmarme Bremsen mit so genannter K-Sohlen umzurüsten, und hofft auf eine gesamteuropäische Lösung.
Für das Jahr 2012 stehen im Landesinvestitionsprogramm 100 Mio. Euro für die Förderung von ÖPNV-Maßnahmen zur Verfügung. Dem steht ein Antragsvolumen von rd. 117 Mio. Euro gegenüber. Damit kann der Großteil der beantragten Maßnahmen in diesem Jahr begonnen werden. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhen sich die Gesamtausgaben um 10 Mio. Euro. Insgesamt stellt der Freistaat Sachsen in diesem Jahr mehr als eine halbe Mrd. Euro für den ÖPNV (Betrieb und Investitionen) zur Verfügung.
Wie an der internationalen Frühjahrstagung des VAP zum Bahngüterverkehr in der Schweiz und Europa in Zürich am 10. Mai 2012 bekannt wurde, will die italienische Staatsbahn Trenitalia kein Gefahrgut mehr befördern, das mit Güterwagen transportiert wird, deren für die Instandhaltung zuständige Stelle (Entity in charge of maintenance, ECM) nicht zertifiziert ist, sondern stattdessen über eine Konformitätserklärung gemäss EU-Verordnung 445/2011, Art. 12 (6) verfügt. Mittlerweile konnte der VAP in Erfahrung bringen, dass sich Trenitalia auf Empfehlungen der nationalen Unfalluntersuchungsbehörde zum Unfall von Viareggio bezieht. Diese empfiehlt unter anderem, nur solche Güterwagen zu verwenden, die von zum Unterhalt von Güterwagen zuständigen Stellen (ECM) mit Zertifikat stammen.
Güterwagen-Haftpflichtversicherung als zusätzlicher Bilanzschutz und gemeinschaftliche Versicherungslösung für Wagenhalter
Nach der erfolgreichen Realisierung einer europäischen Versicherungslösung für angeschlossene Mitgliedswerkstätten im Jahr 2010 konnte nunmehr auch ein Konzept für Wagenhalter umgesetzt werden. Die Placierung erfolgte über einen Versicherungsmakler, welcher ebenfalls Mitglied ist.
Auf den Bau einer Bahnhaltestelle im Gotthard-Basistunnel unterhalb von Sedrun (Porta Alpina) wird vorläufig verzichtet. Der Bundesrat hat heute einen Bericht des UVEK zur Kenntnis genommen, der die Gründe für diesen Entscheid erläutert. Von Bedeutung ist unter anderem, dass kein genehmigungsreifes Projekt vorliegt, das mit dem vorgesehenen Bahnbetrieb durch den Tunnel vereinbar wäre. Eine alternative Nutzung der bestehenden Räume zu touristischen Zwecken oder eine Realisierung der Porta Alpina durch eine der nächsten Generationen bleiben jedoch möglich.
Der Zug ist das ideale Reisemittel in Europa: Ohne Stress, Staus und Wartezeiten am Flughafen ermöglicht er es, mitten ins Herz einer Stadt zu reisen. Und auch punkto Bequemlichkeit übertrifft er Auto und Flugzeug bei weitem. Auf seiner neuen Internetseite www.verkehrsclub.ch/europa bietet der VCS Verkehrs-Club der Schweiz detaillierte Informationen über Zugverbindungen in 70 europäische Städte sowie einen CO2-Rechner.
Beschäftigte der DB AG erhalten für 2011 eine Mitarbeiterbeteiligung in Höhe von 300 Euro. Darauf hat sich die EVG mit den Arbeitgebern verständigt. Anlass sind die guten Wirtschaftszahlen der DB AG.
Beschäftigte der Deutschen Bahn AG werden auch für das abgelaufene Geschäftsjahr am wirtschaftlichen Erfolg des Konzerns beteiligt. Die rund 135.000 Mitarbeiter erhalten 300 Euro. Eine entsprechende tarifliche Vereinbarung konnte die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) mit der Arbeitgeberseite abschließen.
Städtereisen werden immer beliebter. Das ergibt eine aktuelle forsa-Umfrage unter 1.005 Bundesbürgern ab 14 Jahren im Auftrag des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). Die Hälfte der Deutschen besucht danach mehrmals im Jahr eine deutsche Stadt. 2006 waren es noch 45 Prozent. Fast jeder zweite Urlauber erkundet sein Urlaubsziel mit Bussen und Bahnen – und würde weniger verreisen, wenn sich das Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) verschlechtert oder verteuert (42 Prozent). „Busse und Bahnen sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den wachsenden Städtetourismus", sagt VDV-Präsident Jürgen Fenske. „Um auf die steigenden Besucherzahlen reagieren zu können, braucht der ÖPNV Investitionen und keine weiteren Kürzungen."
Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat kürzlich ein neues Bahnkonzept beschlossen. Darin ist das Ziel formuliert, den Verkehrsanteil auf der Schiene in den nächsten zehn Jahren zu verdoppeln. Eine massive Ausweitung des Schienenverkehrs sei notwendig, um die Klimaschutzziele zu erreichen und dafür zu sorgen, dass Menschen auch in Zeiten steigender Ölpreise mobil bleiben, heißt es in dem Papier. Dafür müsse der Verkehrsträger Schiene deutlich attraktiver für Fahrgäste wie auch Logistiker werden. Dazu brauche es insbesondere eine leistungsfähige und anwohnerfreundliche Schieneninfrastruktur, starke Fahrgastrechte, faire Wettbewerbsbedingungen mit den anderen Verkehrsträgern, aber auch auf der Schiene selbst. Zudem unterstützen die Grünen den Wettbewerb im Eisenbahnverkehr, da er für mehr und bessere Angebote sorge und damit den Verkehrsträger Schiene attraktiver mache.
In der öffentlichen Diskussion werden die drei großen Tunnelprojekte Semmering, Brenner- Basistunnel und Koralm undifferenziert wahrgenommen und samt und sonders als Projekte dargestellt, die sich betriebswirtschaftlich nicht rechnen. Beim Straßenbau ist man da großzügiger, dort wird die Diskussion über Autobahnen, Schnellstraßen, Landes- und Gemeindestraßen gar nicht geführt. Auch diese rechnen sich wirtschaftlich nicht!