(27.10.2015)
Am letzten Freitag (23.10.2015) wurde der neue intermodale Terminal auf dem Hafengelände von Calais eröffnet. Ausgerüstet mit dem System Lohr für den horizontalen Verlad (ohne Kran oder Stacker) kann er alle Typen von Sattelaufliegern von der Strasse auf die Schiene verlagern. Es ist dies der erste intermodale Terminal für den direkten Verlad Fährschiff => Bahn in Frankreich. Die hauptsächlichen Einzugsgebiete sind Grossbritannien, Belgien und Nordostfrankreich einerseits, Südfrankreich und Katalonien anderseits.
Die Viia Britannica nimmt am 12. Januar 2016 den Betrieb mit vorerst einem Zugpaar auf zwischen Calais und Le Boulou (Perpignan), nach der Einführungsphase sind zwei Rotationen an sechs oder sieben Tage die Woche vorgesehen. Im 2016 sind verlagerte 25‘000 Sendungen geplant. Die Kapazität der neuen Anlage erlaubt jedoch eine Verdoppelung der Kapazität. Anlässlich der Einweihung unterschrieben mehrere Strassentransporteure ihre Absichtserklärung, die neue Relation regelmässig zu benützen (dabei handelt es sich in der Mehrzahl um Firmen, die bereits auf der Strecke Bettembourg (LUX) – Le Boulou Lorry Rail erfolgreich nützen).
Die 680 Meter langen, bis zu 2‘000 t schweren Züge der Viia Britannica bestehen aus zwanzig Doppelgelenk-Niederflurwagen des Typs LOHR UIC und nehmen je 40 Sattelauflieger auf. Sie benötigen für die 1‘200 Kilometer messende Strecke (somit die längste in Europa) zwanzig Stunden, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 60 Kilometer pro Stunde ergibt. Für die Viia Britannica stehen 105 neue Waggons LOHR UIC in Betrieb. Die Einsparung an CO2 durch Viia Britannica beträgt bis zu 50‘000 Tonnen pro Jahr.
Am Rande der Einweihung des Terminals von Calais wurde auch bekannt, dass VIIA seit Mitte Oktober wöchentlich zwei Züge zwischen dem Hafen von Sète und der Region Paris für den türkischen Strassentransporteur EKOL fährt. Die Trailer erreichen Sète auf einer Ro-Ro-Fähre. Diese Schienenverbindung wird ebenfalls dank den neuen Lohr UIC Tragwagen möglich, die auf Bahnstrecken mit eingeschränktem Profil dennoch Mega-Strassenauflieger mit 4-Meter Eckhöhe befördern können.
Weitere, auch durch die Schweizer Alpen führende, Verbindungen von VIIA mit Wagenmaterial von und dem System LOHR stehen in der Planung.