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(16.05.2014)

Die ÖBB laden zum „Kupfergipfel" – und alle kommen: Die Sicherheits-Chefs vieler Europäischer Bahnen wie etwa der Deutschen Bahn DB, der Schweizer Bahn SBB, der Italienischen Bahn FS und aus Großbritannien sowie hochrangige heimische und internationale Vertreter der Exekutive. Bei dem internationalen Erfahrungsaustausch wurde die Wirksamkeit der jeweils unterschiedlichen Bekämpfungsmethoden von den insgesamt 60 Teilnehmern analysiert. Im Vordergrund stand das grenzüberschreitende Lernen von den erfolgreichsten Methoden. Die Eisenbahn ist das sicherste Verkehrsmittel - und soll weiterhin das Zuverlässigste bleiben, auf das Fahrgäste zu Recht vertrauen können. Der Schaden, den die ÖBB durch Kupferdiebe erleiden, lag 2013 bei rund 2,2 Mio Euro.


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Ing. Franz Seiser, Vorstand der ÖBB-Infrastruktur AG: „Kupferdiebstahl ist ein europaweites Problem. Mit dem Gipfel fördern wir den internationalen Erfahrungsaustausch, um diese Sabotage im Interesse unserer Fahrgäste möglichst weit zurück zu drängen. Eines ist klar: Für Kupferdiebe wird es immer enger."

Durch Beobachtungen der ÖBB Streifendienste konnten im ersten Quartal 2014 bereits 24 Täter von der Polizei auf frischer Tat ertappt und festgenommen werden. Die Zahl der wegen Kupferdiebstahl verspäteten Züge konnten im ersten Quartal 2014 gegenüber dem ersten Quartal 2013 um 13 Prozent reduziert werden, die Zahl der wegen Kupferdiebstahl ausgefallenen Züge um 76 Prozent.

Die Deutsche Bahn ist ebenfalls erfolgreich und verzeichnet für das vergangene Jahr einen Rückgang der Metalldiebstähle von rund 40 Prozent. Diesen Erfolg führt das Unternehmen auf die verstärkte Präsenz eigener Mitarbeiter, die Zusammenarbeit mit Bundespolizei und Metallhändlern und den Einsatz künstlicher DNA zurück.

Professor Gerd Neubeck, Leiter Konzernsicherheit der Deutschen Bahn: „Auch wenn die Fallzahlen zurückgehen: Diebe verursachen noch immer einen hohen Schaden und verärgern unsere Kunden, die durch verspätete Züge von den Delikten betroffen sind. Wir gehen jetzt gemeinsam über Landesgrenzen hinweg mit großem Nachdruck gegen diese Form der Kriminalität vor. In den Fokus rücken dabei insbesondere Grenzgebiete und eine mögliche Zusammenarbeit mit Metallhändlern aus Nachbarländern, die Dieben als Absatzwege dienen."

General Franz Lang, Direktor Bundeskriminalamt: „Kupferdiebstahl und besonders die Verwertung gestohlenen Kupfermetalls ist in Österreich nach wie vor zu risikoarm und zu einfach für Täter. Unsere strategische Richtung ist einerseits den Diebstahl an sich und den Abtransport einzudämmen, andererseits aber auch die einfache Verwertung durch die Täter zu unterbinden. Wir sind hier den ÖBB sehr dankbar für ihre eigenen enormen Anstrengungen und die tägliche Zusammenarbeit sozusagen Schulter an Schulter. Ein wichtiger weiterer Schritt ist aber der gemeinsame breite strategische Ansatz mit Wirtschaft, Metallhandel und weiteren Betroffenen. Daher auch die Wichtigkeit dieser Konferenz."
Dr. Ernst Geiger, Bundesministerium für Inneres, Leiter Abteilung III – Ermittlungen, Organisierte und allgemeine Kriminalität: „Kupferdiebstahl ist kein Bagatelldelikt. Die Täter richten aus Habgier nicht nur materielle Schäden an, sondern gefährden den öffentlichen Verkehr, die Stromversorgung und andere kritische Infrastruktur. Wir werden gegen Täter aber auch die Abnehmer entschlossen vorgehen."

Alfons Bartels, Vizepräsident des Europäischen Bahnpolizei Netzwerks RAILPOL: „Um Kupferdiebstählen entgegen zu wirken, bedarf es eines engen Schulterschlusses zwischen den Eisenbahnorganisatoren und den Polizeien. Im europäischen Dialog mit den jeweiligen Bahnpolizeiorganisationen der EU-Mitgliedstaaten hat sich gezeigt, dass der Austausch von „best practices" und der Austausch von Informationen - insbesondere über die Vorgehensweisen von den Tätern (modus operandi) - ein elemantarer Bestandteil zur Bekämpfung dieses Phänomens darstellt."

ÖBB Maßnahmenpaket: 100 Mitarbeiter im 24-Stunden Streifendienst
Die ÖBB setzen im Rahmen ihrer „Task Force Buntmetall" auf eigene Kosten Mitarbeiter für den Streifendienst am rund 5.000 Kilometer langen Streckennetz ein. Das Überwachungssystem wird seit Oktober 2013 hochgefahren und noch im Frühling 2014 mit 100 Streifenmitarbeitern seinen Vollausbau erreicht haben. Mit geländegängigen Autos sind diese Mitarbeiter 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr im Einsatz. Ihre Streifenfahrten werden live von einer regionalen Einsatzzentrale im Süden Wiens koordiniert. Erste Erfahrungen dieser in Europa einzigartigen Maßnahme eines Bahnunternehmens zeigen: Die Präsenz der Streifendienste trägt wesentlich dazu bei, die Kupferdiebstähle zurück zu drängen. Zusätzlich kann die Polizei bei verdächtigen Vorgängen schneller alarmiert und beigezogen werden.

Der intensive Erfahrungsaustausch der Bahnen und der Exekutive wird einen weiteren Beitrag zur Eindämmung des Phänomens Kupferdiebstahl leisten. Wie bei jeder anderer Form der Kriminalität darf allerdings nicht erwartet werden, dass dieses Phänomen alleine durch Präventionsmaßnahmen vollständig verschwindet.

 

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