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(28.11.2013)

Von Mittwoch (27.11.) bis Freitag (29.11.) tagen 36 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Nahverkehrsunternehmen aus Paris, Brüssel, Rotterdam, Manchester und Bielefeld bei moBiel. Sie alle arbeiten mit beim EU-Projekt „Ticket to Kyoto", das seit Sommer 2010 läuft. Ihr Ziel: Den Nahverkehr energieeffizienter und damit klimafreundlicher zu machen – und voneinander zu lernen.


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Bei dem Arbeitstreffen, das nach der öffentlichen Konferenz im Mai 2011 zum zweiten Mal in Bielefeld stattfindet, tauschen die Projektpartner, die an unterschiedlichen Einzelmaßnahmen arbeiten, ihre bisherigen Arbeitsergebnisse untereinander aus. Auch das weitere Vorgehen bis zum Ende des Projekts im Mai 2014 wird besprochen. Hartwig Meier und Annekathrin Bode von moBiel, die in Bielefeld gemeinsam das Projekt betreuen, können ihren Gästen eine Reihe erfolgreicher Energiesparaktivitäten vorstellen. Die Palette reicht dabei von Weichenheizungen im Stadtbahnnetz, die dank intelligenter Steuerungstechnik im Winter viel Strom sparen, über die Schulung der Fahrer in energiesparendem Fahren, eine modernisierte Beleuchtung in Stadtbahnhaltestellen und ein besonders schnell schließendes Werkstatttor bis hin zur Rückgewinnung der Bremsenergie von Stadtbahnen.

Brüssel und Rotterdam profitieren von Bielefelder Erfahrungen
Die Tagungsteilnehmer besichtigen während ihres Bielefeld-Aufenthalts zwei Wechselrichter – an den Haltestellen Rosenhöhe und Rudolf-Oetker-Halle – und einen Schwungradspeicher – an der Haltestelle Baumheide -, die moBiel im Rahmen des EU-Projekts zur Rückgewinnung der Bremsenergie errichtet hat. Durch diese Anlagen wird die beim Bremsen der Stadtbahnen gewonnene Energie wieder für das Stadtbahnsystem verwendbar gemacht. An der Haltestelle Baumheide, genauer im für die Stromversorgung der Bahn zuständigen Unterwerk Rabenhof, wird die Energie gespeichert, bis sie von einer später anfahrenden Bahn genutzt werden kann. Die beiden Wechselrichter verwandeln den Gleichstrom, den die Bahnen beim Bremsen erzeugen, in Wechselstrom. Hiermit werden dann Aufzüge, Rolltreppen und Beleuchtung in den Haltestellen versorgt. Die in den Jahren 2011 und 2012 installierten Anlagen laufen noch besser, als es die im Vorfeld durchgeführten Netzberechnungen erwarten ließen: Pro Jahr sparen sie über 900.000 Kilowattstunden Strom ein, was dem Verbrauch von rund 300 durchschnittlichen Bielefelder Haushalten entspricht – und den Ausstoß von ca. 522 Tonnen Kohlendioxid vermeidet. Bei diesem Teilprojekt ist moBiel führend. Die wesentlich größeren Verkehrsunternehmen aus Brüssel und Rotterdam profitieren von den Bielefelder Erfahrungen, erproben jetzt ähnliche Systeme.

Bode und Meier freuen sich, dass die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene so konkrete Auswirkungen hat. Sie schätzen, dass die 825.000 Euro, die moBiel für den Projektbaustein Bremsenergierückgewinnung aufbringen musste, sich bereits nach fünf bis sechs Jahren amortisiert haben werden – von den positiven Effekten für das Klima ganz zu schweigen.

Eine Green-Station für Bielefeld
Die Tagungsteilnehmer statteten auch dem neuesten moBiel-Vorhaben einen Baustellenbesuch ab. In unmittelbarer Nähe zur Endstation der Stadtbahn in Sieker entsteht zurzeit an der Otto-Brenner-Straße eine Mobilitätsstation. Ab Frühjahr wird es dort unter dem Namen „Greenstation – Tank & Leih" eine Flüssiggas- und Stromtankstelle geben. Für letztere wurden auf dem benachbarten Gebäude bereits Photovoltaikmodule installiert, so dass Elektroautos und –fahrräder mit Sonnenstrom „betankt" werden können. Auch das Ausleihen von E-Fahrrädern wird rechtzeitig zum Start der nächsten Fahrradsaison möglich sein.

moBiel hatte die Station als "Ticket-to-Kyoto"-Projekt angemeldet, um den Bielefelderinnen und Bielefeldern am Standort Sieker eine ganz breite Palette umweltfreundlicher Mobilitätsangebote machen zu können. Künftig wird man dort ohne lange Wege und viel Zeitaufwand problemlos zwischen den unterschiedlichsten Verkehrsmitteln wechseln können. Denn zu den neuen Angeboten kommen die bereits bestehenden hinzu: Busse und Stadtbahnen, eine Car-Sharing-Station und ein Taxistand, überdachte Fahrradständer und Park-and-Ride-Parkplätze. Bode und Meier vom moBiel-Projektteam hoffen, dass das vielfältige Angebot den einen oder anderen Autofahrer davon überzeugen kann, seinen Wagen auch einmal stehen zu lassen und auf klimafreundlichere Verkehrsmittel umzusteigen. Als erster Baustein wird noch vor Weihnachten die Flüssigtankstelle in Betrieb gehen, spätestens bis zu den Osterferien soll die gesamte Station in Betrieb sein.

Die Projektpartner:
RATP (Paris): knapp 370 Bahn- und Buslinien, 3 Milliarden Fahrgäste pro Jahr
STIB (Brüssel): 84 Bus- und Bahnlinien, 290 Mio. Fahrgäste pro Jahr. Die STIB leitet das Gesamtprojekt.
TfGM (Manchester): betreibt selbst keine Linien, koordiniert aber den Nahverkehr im Großraum Manchester und stellt die Infrastruktur bereit. Knapp 280 Mio. Fahrgäste im Jahr
RET (Rotterdam): 56 Bus- und Bahnlinien sowie eine Fährverbindung, rund 170 Mio. Fahrgäste im Jahr
moBiel (Bielefeld): 83 Linien, 56,5 Mio. Fahrgäste im Jahr

Das Projekt:
„Ticket to Kyoto" – der Name bezieht sich auf das Weltklimaabkommen von Kyoto aus dem Jahr 1997 - startete im Juni 2010 und läuft noch bis Mai 2014. Das Projekt soll zwischen fünf Regionen bzw. deren Verkehrsbetrieben in Nordwesteuropa den Austausch über einen klimafreundlichen Nahverkehr ermöglichen. Ziel ist es, gemeinsam Techniken und Methoden zu entwickeln, um den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen zu reduzieren. Das Gesamtbudget, das die Partner zu fünfzig Prozent selbst aufbringen müssen, beträgt 12,7 Mio. Euro. Der moBiel-Anteil liegt bei 1,235 Mio. Euro über vier Jahre. Die andere Hälfte stammt aus Mitteln des EU-Förderprogramms „Interreg IV-B Nordwesteuropa".

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