(20.10.2013)
Die Fachtagung, die alle wichtigen Themen rund um den Betrieb von Anschlussbahnen abdeckt, wurde 2011 vom Verband für Anschlussbahnunternehmen (VABU) ins Leben gerufen und findet jedes Jahr im Herbst statt. Die mittlerweile dritte Anschlussbahn-Fachtagung fand auf Einladung der NÖVOG am 17. Oktober im Betriebszentrum Laubenbachmühle statt – ein optimaler Rahmen für die Veranstaltung, die diesmal mit 160 Teilnehmern außerordentlich gut besucht war. Die NÖVOG wurde 1993 gegründet, um eine gute öffentliche Anbindung aller Regionen an die Landeshauptstadt St. Pölten zu gewährleisten. Mit der Übernahme der Neben- und Anschlussbahnen durch das Land Niederösterreich und deren Eingliederung in die NÖVOG im Jahr 2010 wurde aus einer strategischen Einheit ein operatives Eisenbahnunternehmen.
Entwicklung der Anschlussbahnen in Österreich thematisiert
Die diesjährige Tagung thematisierte verkehrspolitische Auswirkungen sowie zukünftige Anforderungen für die Anschlussbahnen. Denn die Anforderungen an die Sicherheit von Eisenbahnen verändern sich in Europa stetig, was zu laufenden Änderungen der europäischen und nationalen Gesetze führt und den Informationsbedarf der Eisenbahnen erhöht. Zudem sind Bau, Betrieb und Instandhaltung von Eisenbahninfrastrukturen sehr aufwendig und kostenintensiv. Wissenslücken können gravierende Auswirkungen für die Eisenbahnen haben.
Ein Schwerpunkt war die Diskussion über den Generalverkehrsplan-Plan und dessen Auswirkungen auf die ÖBB-Infrastruktur und deren Anschlussbahnen. Die Rail Cargo Austria (RCA) berichtete über die zukünftige Bedienung in Österreich sowie den Stellenwert von Anschlussbahnen im Güterverkehr. Besonders interessant in diesem Zusammenhang war der Blick über die Grenze nach Deutschland, wo die Anschlussbahn-Landschaft in den letzten Jahren stark reduziert wurde, was auch Auswirkungen auf den gesamten Güterverkehr hat und nicht zuletzt auch die Verlagerung von Transporten von der Schiene auf die Straße begünstigt.
Seitens des Verbandes wurde über die laufenden Aktivitäten berichtet. Die Überarbeitung des Infrastruktur-Anschlussbahn-Vertrages mit der ÖBB Infrastruktur wird demnächst abgeschlossen. Dieser Mustervertrag regelt wichtige Parameter rund um die Vernetzung zwischen Infrastruktur und Anschlussbahn. Der Bedienvertrag mit der Rail Cargo Austria wurde ebenfalls in den letzten Monaten neu überarbeitet und bei der Tagung präsentiert. Die neue Vereinbarung zielt vor allem auf die Partnerschaft zwischen Anschlussbahn-Unternehmen und bedienendem Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) ab.
Eine angeschlossene Fachausstellung von Dienstleistern und Herstellern rundete das Informationsangebot ab.
Interessensvertretung und Netzwerk für Anschlussbahnen
Die Anschlussbahnen sind das Rückgrat des Güterverkehrs: Zwei Drittel des Güterfrachtvolumens werden auf Schienen und somit über die Anschlussbahnen befördert. Hauptziele des Verbandes für Anschlussbahnunternehmen (VABU) sind neben der Interessensvertretung die Förderung des Güterverkehrs auf der Schiene durch Ressourcenöffnung, Sichern der Kostenwahrheit bei den Verkehrsträgern und Einforderung des fairen Wettbewerbs; zudem Arbeitnehmerschutz und Unfallverhütung sowie Gewährleistung der Wirtschaftlichkeit der Betriebe.
Die jährlich stattfindende Anschlussbahn-Fachtagung ist eine Kommunikationsplattform und ein Netzwerk von Experten, Dienstleistern und Herstellern. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Informationsaustausch betreffend gesetzlicher Veränderungen, Förderungsmöglichkeiten und technischer Neuerungen.