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(11.11.2013)

Bayern und Baden-Württemberg schreiben das Dieselnetz Allgäu aus. Es erstreckt sich über das gesamte bayerische Allgäu mit Ausnahme der engeren Einzugsbereiche von München, Augsburg und Ulm sowie der Strecke nach Füssen. Ziel ist der Erhalt des aktuellen Regionalverkehrs­angebots. Der neue Vertrag beginnt im Juni 2017 und läuft bis Dezember 2028. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die im Auftrag des Bayerischen Verkehrsministeriums den Regional- und S-Bahn-Verkehr im Freistaat plant, finanziert und kontrolliert, hat nun die Vergabeunterlagen an diejenigen Verkehrsunternehmen versandt, die sich im Teilnahme­wettbewerb für das weitere Verfahren qualifiziert haben.


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Ausschreibung in zwei Betriebsstufen und zwei Losen
Aufgrund der für 2020 geplanten Elektrifizierung der Strecke Geltendorf – Memmingen – Lindau werden die Verkehre in zwei Betriebsstufen ausge­schrieben – vor und nach der Elektrifizierung. In der ersten Betriebsstufe ist unter anderem die Linie München – Memmingen (– Lindau) enthalten. Danach werden dort in einem separaten Wettbewerbsprojekt elektrische Leistungen ausgeschrieben. Die Verkehre des heutigen alex von München nach Oberstdorf und Lindau sowie die Neigetechniklinie von (Nürnberg –) Augsburg nach Oberstdorf und Lindau werden erst in der zweiten Betriebsstufe Teil der Ausschreibung.

Wegen des großen Umfangs von rund 4,5 bis über 7 Millionen Zug­kilometern pro Jahr (von der Betriebsstufe abhängig) schreibt die BEG die Verkehre in zwei Losen aus. Das heißt, den Auftrag können zwei Betreiber erhalten. Das eine Los umfasst im Wesentlichen die Expressverkehre ab München und Augsburg (bzw. Nürnberg), das andere Los die Expressverkehre ab Ulm und verschiedene Regionalverkehrslinien mit Bedienung aller Zwischenhalte, wie z. B. die Linie nach Pfronten.

Fahrgäste profitieren von besserer Vertaktung
Das Fahrplankonzept bleibt im Wesentlichen unverändert. Die BEG plant jedoch einige Detailverbesserungen: Zum Beispiel wird es von Pfronten nach Ulm durchgehende Verbindungen geben, wie auch in der ersten Betriebsstufe von Pfronten nach München und in der zweiten von Pfronten nach Augsburg. Auch wird die BEG einen zusätzlichen Zug im Berufsverkehr am Nachmittag von München nach Memmingen bestellen. Insgesamt soll sich die Vertaktung insbesondere nachmittags sowie in den Morgenstunden am Wochenende verbessern.

Los 2 mit oder ohne Neigetechnik
Für Los 1 fordert die BEG klimatisierte, niederflurige Neufahrzeuge. Im Los 2, in welchem nach der Elektrifizierung die Neigetechniklinien in der zweiten Betriebsstufe enthalten sind, haben die Verkehrsunternehmen die Wahl: Einerseits können sie klimatisierte Gebrauchtfahrzeuge mit Neigetechnik anbieten. Da nicht alle Verkehrsunternehmen über gebrauchte, neigetechnikfähige Fahrzeuge verfügen und neue Diesel-Neigetechnikfahrzeuge zurzeit auf dem deutschen Markt nicht angeboten werden, können die Bieter alternativ auch ohne Neigetechnik mit niederflurigen, klimatisierten Neufahrzeugen ins Rennen gehen. Für die Fahrgäste ergeben sich dadurch dank der Elektrifizierung und des damit startenden neuen Zweistundentakts im Fernverkehr kaum Änderungen: Denn nach der Elektrifizierung führt die schnellste Verbindung zwischen München und Lindau in jedem Falle über Memmingen. Zudem ist der Fahrzeitgewinn durch Neigetechnik zwischen München/Augsburg und Kempten relativ gering. Zwischen Immenstadt und Lindau, wo die Neigetechnik deutlich kürzere Fahrzeiten ermöglicht, hat die BEG in der Variante ohne Neigetechnik zusätzliche Züge vorgesehen, die sicherstellen, dass die Fahrgäste trotzdem alle Anschlüsse erreichen.

Weitere Mindestvorgaben der BEG
Für beide Lose und Varianten schreibt die BEG vor, dass in jedem Zug mindestens ein Zugbegleiter an Bord sein muss. Außerdem sind die Unternehmen verpflichtet, in den Hauptverkehrszeiten im Zulauf auf München und Augsburg bei einzelnen Zügen mehr Sitzplätze anzubieten. Die BEG erwartet zudem die Anerkennung der Tarife des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV), des Augsburger Verkehrs- und Tarifverbundes (AVV), der Donau-Iller-Nahverkehrsverbund-GmbH (DING) und des Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbundes (bodo). Für Fahrten außerhalb der Verbundgebiete muss das Verkehrsunternehmen die Preise und Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn AG anwenden. Anerkannt werden müssen neben den Nahverkehrsfahrkarten aller Eisenbahnverkehrsunternehmen unter anderem die BahnCard, das Bayern-Ticket sowie das Baden-Württemberg-Ticket. Jeder Fahrgast muss ohne besonderen Aufwand einen Fahrschein erwerben können. Zudem verlangt die BEG unter anderem die Wiedereinrichtung eines Verkaufsschalters in Pfronten-Ried. In Oberstdorf muss der Schalter auch am Wochenende besetzt sein.

Verpflichtende Teilnahme am Qualitätsmesssystem
Der künftige Betreiber verpflichtet sich, am Qualitätsmesssystem der BEG teilzunehmen. Damit prüft die Bayerische Eisenbahngesellschaft die Sauberkeit, die Funktionsfähigkeit der Ausstattung, die Fahrgast­information im Zug, die Servicequalität und die Kundenfreundlichkeit. Auch gelten hohe Anforderungen hinsichtlich Pünktlichkeit und Anschluss­sicherung.

Zeitplan und Verfahren
Die Vergabe der Leistungen erfolgt in einem europaweit bekanntgemachten freihändigen Vergabeverfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb. Im Teilnahmewettbewerb konnten sich – wie bei der klassischen öffentlichen Ausschreibung – alle interessierten Eisenbahnverkehrsunternehmen bewerben. Die Verfahrensart bietet den Vorteil, mit den Bewerbern über die komplexen, vorab nicht abschließend beschreibbaren Vertragsbedingungen für eine Kapitaldienstgarantie Gespräche führen zu können. Vom Angebot dieses Instruments verspricht sich die BEG eine Förderung des Wettbewerbs, weil dadurch die hohen Investitionen in die Fahrzeuge leichter finanziert werden können. Angebote für die ausgeschriebenen Bahnverkehre können bis 26. März 2014 abgegeben werden. Der Zuschlag erfolgt voraussichtlich im Juni 2014.

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