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(25.05.2012)

Die schlechte Haushaltssituation vieler europäischer Staaten hat auch Auswirkungen auf die Investitionen in das Hochgeschwindigkeitsbahnnetz: Ob in Spanien oder Frankreich, viele Ausbauprojekte wurden aufgrund fehlender Finanzen verzögert. Trotz dieser Verzögerungen halten die Staaten jedoch am Bahnausbau fest.


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Nachdem 2011 Frankreich das dreissigjährige Jubiläum ihrer «Trains à grande vitesse» (TGV) feierte, kann dieses Jahr Spanien auf zwanzig Jahre Hochgeschwindigkeit zurückblicken. Die Festfreude ist jedoch durch die Euro-Krise getrübt. Aufgrund der hohen Staatsschulden fehlen den Staaten häufig die Investitionsmittel, um den Ausbau des Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsnetzes im geplanten Zeitrahmen voranzutreiben. Trotz dieser Verzögerungen halten die Staaten aber am Bahnausbau fest. Sie erachten ein gut ausgebautes Hochgeschwindigkeits-bahnnetz als unverzichtbar für die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit. In Staaten wie Frankreich oder Grossbritannien springen ausserdem private Investoren in die Bresche. So ist der Ausbau des französischen Netzes teilweise mit Private Public Partnership (PPP) finanziert.

Die LITRA hat die Entwicklung der Hochgeschwindigkeitsstrecken in Europa in übersichtlicher Form pro Land zusammengestellt (siehe Beilage). Das Wichtigste in Kürze:

Frankreich

Die erste Phase der «Ligne à grande vitesse (LGV)» Rhin - Rhône Branche Est ist seit Dezember 2011 in Betrieb. Lyria – die gemeinsame Tochtergesellschaft der SNCF und der SBB – fährt von Basel in 3 Std. 03 und von Zürich in 4 Std.03 nach Paris. Mit einer zweiten Ausbau-phase wird im Jahr 2016 gerechnet, wenn die LGV näher an die Städte Dijon und Mulhouse herangeführt wird.

Zusätzliche Fahrzeitgewinne werden realisiert für die Relation Paris mit der Erstellung der Branche Ouest der LGV Rhin - Rhône und für die Relation Lyon mit der Branche Sud der LGV Rhin - Rhône. Das Grossprojekt umfasst im Endausbau rund 450 km neue Schienen. Ein ver-bindlicher Zeitplan liegt jedoch noch nicht vor. Hingegen steht die Ausführung von vier Grossprojekten fest: die LGV-Est durch die Vogesen, die Vervollständigung der Hochgeschwindigkeitsrecke von Bordeaux - Paris, die Umfahrung von Nîmes und Montpellier sowie die LGV Bretagne - Pays de la Loire. Sie sind zum Teil mit Private Public Partnership (PPP) finanziert In welchem Bautempo es in Frankreich weitergeht, wird weitgehend von der neuen Regierung abhängen. Bereits in der Rezession wurden die Umsetzungspläne neu klassifiziert Gegenwärtig läuft wiederum eine Überarbeitung des Zeitplanes, nachdem mehr Mittel für das konventionelle Netz eingesetzt werden müssen.

Spanien

Spanien feiert 2012 zwanzig Jahre Hochgeschwindigkeit. In dieser Zeit hat es, gemessen an der Streckenlänge, die europäische Spitzenposition erreicht: Anders verhält sich die Situation bei den Fahrgästen. Trotz einer Steigerung kann die spanische RENFE noch nicht die Fahr-gastzahlen der TGV's der französischen SNCF aufweisen.

Die ehemalige Regierung plante ursprünglich den Bau von rund 10'000 km Hochgeschwindigkeits- oder Schnelllinien bis 2020. Die neue Regierung Spaniens hält trotz dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld am Vorhaben fest, schiebt aber die Realisierung einiger Projekte zeitlich hinaus: Gemäss dem Infrastrukturplan 2012-2024 sollen 25 Milliarden Euro in die Bahn investiert werden. Was, wo und bis wann gebaut wird, will die Regierung im Sommer 2012 entscheiden. Fest steht hingegen die Eröffnung des Anschlusses von Spanien an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz (Barcelona – Perpignan). Dieser bedeutende Schritt wird 2013 realisiert.

Deutschland

Deutschland wird zwei neue Hochgeschwindigkeitsstrecken bauen: Stuttgart (Wendlingen) - Ulm und Rhein/Main - Rhein/Neckar, letztere mit Baubeginn um 2017. Die Arbeiten am topographisch aufwendigen «Verkehrsprojekt Deutsche Einheit»: Leipzig/Halle - Nürnberg wer-den fortgesetzt. Es wird mit der Fertigstellung bis zum Jahr 2017 gerechnet.

Italien

Das Streckennetz in «T-Form» wird phasenweise verwirklicht. Der Nord/Süd-Teil ist mit der Hochgeschwindigkeitsstrecke Torino - Milano - Napoli erstellt, der obere Balken Torino - Mi-lano - Venedig wird in wenigen Jahren für schnelle Züge bereit sein. Zudem ist ein Ausbau von Milano - Genua geplant.

Die Züge der Gesellschaft Nuovo Trasporto Viaggiatori (NTV) fahren seit dem 28. April 2012 auf der Hochgeschwindigkeitstrecke Milano - Napoli und eröffnen damit den Wettbewerb mit Trenitalia. Das staatliche Bahnunternehmen reagiert u.a. mit vier Klassen in ihren Frecciarossa. Dazu bepreist sie die Züge nach Auslastung und Zeitpunkt der Reise. Man darf auf die weitere Entwicklung des Wettbewerbs gespannt sein.

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