(31.03.2012)
Der Bahnverkehr zwischen Österreich und Italien ist in den letzten Jahren nahezu zum Erliegen gekommen, bzw. die Kooperation zwischen ÖBB und DB AG, den Bahnverkehr über den Brenner zu intensivieren, wird seitens „Trenitalia" stark behindert. Nun scheinen in beiden Ländern Bahnbetreiber einen Neuanfang zu suchen.
Die ÖBB führen ab sofort jeden Freitag einen neuen Nachtzug „EuroNight Toscana Mare" von Wien nach Livorno, der das tägliche Nachtzugangebot von Wien über die Südbahn nach Rom und von Wien über Salzburg nach Venedig ergänzen soll.
Das Eisenbahnunternehmen NTV (Nuovi Treni Viaggiatori), an dem Ferrari neben der französischen Staatsbahn SNCF wesentlich beteiligt ist, hat angekündigt, ab 28. April 2012 den Betrieb mit den Hochgeschwindigkeitszügen ITALO von Venedig über Rom und von Turin nach Salerno aufzunehmen. NTV schließt auch nicht aus, die ITALO-Züge von Venedig nach Wien zu führen.
Die Ankündigung des Ferrari-Chefs Luca di Montezemolo, den Zugverkehr nach Österreich auszuweiten, sollten die ÖBB zum Anlass nehmen, durch ein Joint Venture-Abkommen mit der NTV wieder EC-Züge zwischen Wien und Venedig zu führen. Damit würde die vor Jahren errichtete Hochleistungsstrecke Pontebbana endlich ihrer Bestimmung zugeführt, einen regen Zugverkehr zwischen Österreich und Italien zu ermöglichen.
Die derzeitige Situation, dass die ÖBB parallel zur Pontebbana tagsüber nur einen IC-Busverkehr anbieten, ist unhaltbar. Der Bahnverkehr zwischen zwei EU-Staaten kann doch nicht an der Uneinigkeit der beiden „Staatsbahnen" ÖBB und Trenitalia scheitern. Das Fahrgastpotenzial wäre vorhanden, wie die zahlreichen Bus- und Pkw-Fahrten belegen.