(08.11.2011)
Die auf dem gestrigen Koalitionsgipfel beschlossenen Mehrinvestitionen von einer Milliarde Euro in die Verkehrsinfrastruktur, begrüßt der ökologische Verkehrsclub VCD, sofern diese Gelder nicht überwiegend in den Straßenbau fließen.
Michael Ziesak, Bundesvorsitzender des VCD: „Die zusätzlichen finanziellen Mittel müssen jetzt erst einmal in den Erhalt der Infrastruktur fließen, anstatt in große, prestigeträchtige Neubauprojekte. Dies gilt für die Schiene sowie für die Straße."
Der VCD fordert das Bundesverkehrsministerium auf, genau zu prüfen in welchen Bereichen Neuinvestitionen überhaupt sinnvoll sind. Bei der Schieneninfrastruktur beispielsweise muss der Fokus auf dem Ausbau wichtiger Knotenpunkte liegen, die zur kurzfristigen Kapazitätserweiterung führen.
Mit Blick auf die Straßen besteht vor allem Handlungsbedarf bei den Autobahnen und Autobahnbrücken, die in der 60er und 70er Jahren gebaut wurden. Sie müssen dringend instand gesetzt werden. „Ansonsten bringt ein Tempolimit auf Fernstraßen weit mehr als milliardenschwere Investitionen. Auf den dritten Fahrstreifen könnten wir verzichten, denn der Verkehr würde flüssig rollen", so Gerd Lottsiepen, Verkehrspolitischer Sprecher des VCD.