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(07.03.2012)

Logo Wiener LinienVon 5. bis 6. März traf sich die österreichische Nahverkehrs-Branche in Linz erstmals zu einer themenspezifischen Tagung. In den zwei Tagen dieses ersten Nahverkehrskongress diskutierten ExpertInnen aus den Bereichen Öffentlicher Verkehr und Jugendkulturforschung gemeinsam mit Jugendlichen das Thema "Die heutige Jugend - unsere KundInnen von morgen." Ergebnis: Obwohl das Angebot des öffentlichen Verkehrs für Jugendliche in den vergangenen Jahren bereits an Attraktivität gewonnen hat und speziell im urbanen Raum die Relevanz des eigenen Autos abnimmt, bleibt sowohl im organisatorischen, finanziellen und kommunikativen Bereich noch viel zu tun, um Jugendliche von den Vorteilen der Öffis zu überzeugen.


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Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier widmete sich in seinem Vortrag bei der Tagung der Jugendmobilität in Zusammenhang mit Statussymbolen. Immer noch wird hier ein Auto höher eingeschätzt als die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln. Allerdings zeigt sich, dass gerade junge, gebildete Menschen immer mehr von den Vorteilen von Bus und Bahn überzeugt sind.

Für die Verkehrsunternehmen selbst spielen zunehmend die Fragen der finanziellen Mittel und der maßgeschneiderten Angebote in der jeweils konkreten Lebensphase eine Rolle, um junge Menschen zur Nutzung der Angebote zu animieren. So zeigt sich jene Lebensphase, in der Jugendliche erstmals keine stark verbilligten Fahrschein-Angebote mehr wahrnehmen können, als Knackpunkt für die Affinität eines jungen Menschen zum öffentlichen Verkehr. Denn obwohl ein PKW wesentlich teurer ist als Netzkarten zum Normalpreis, gehen in dieser Phase ein großer Teil an Fahrgäste für Nahverkehrsunternehmen verloren. Hier zeigt es sich, dass auch die Eltern durch ihr Mobilitätsverhalten eine große Vorbildwirkung auf ihre Kinder ausüben. Diese Erkenntnisse bieten für die Verkehrsunternehmen Ansatzpunkte, um weiter Überzeugungsarbeit zu leisten.

Da die Fahrten zur Schule und wieder nach Hause einen Großteil der Mobilität von Schülerinnen und Schülern ausmachen, war auch die Schülerfreifahrt ein Diskussions- und Arbeitsgruppenthema beim Nahverkehrskongress. Es herrscht Konsens darüber, dass die Modalitäten der Schülerfreifahrt, die in der heutigen Form vor knapp 40 Jahren in der implementiert worden sind, den Lebensrealitäten der Gegenwart angepasst werden müssen. Das wird auch in weiterer Folge Inhalt von Gesprächen des Verkehrsverbund Ostregion (VOR) und der Wiener Linien mit dem Familienministerium sein. Gerade im ländlichen Raum spielen außerdem in puncto Schulverkehr die teilweise veränderten Schulbeginnzeiten eine gewichtige Rolle. Dementsprechend wird für die nächsten Jahre eine engere Abstimmung der jeweiligen Verkehrsunternehmen mit den Schulen, den Landesschulräten und dem Unterrichtsministerium angestrebt.

Weitere Themen beim Nahverkehrskongress waren die Fragen der Sicherheit und des Einsatzes neuer Kommunikationsmittel im Social-Media-Bereich. Es zeigt sich, dass Jugendliche hohen Wert auf Sicherheitselemente wie helle Ausgestaltung von Haltestellen und Anbringung von Notrufsäulen legen. Um Informationen noch gezielter auch an junge Menschen zu bringen, haben Nahverkehrsunternehmen in Österreich in Bezug auf ihre Performance in Facebook, Twitter & Co. noch einiges aufzuholen.

Der diesjährige Nahverkehrskongress stellt den Beginn eines regelmäßigen Zyklus dar, in dessen Rahmen sich die Verkehrsunternehmen zukünftig alle ein bis zwei Jahre in dieser Form treffen und austauschen werden. Der nächste Nahverkehrskongress wird im April 2013 in Wien stattfinden. Wie bereits dieses Jahr wird auch die nächste Tagung von der Interessengemeinschaft österreichischer Verkehrsverbünde (IGV) und von der Nahverkehrsgruppe des Fachverbandes der Schienenbahnen organisiert werden. Der Teilnehmerkreis soll dann auch um weitere wesentliche Partner wie die ÖBB und das BMVIT erweitert werden

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