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(25.04.2012)

Der Semmering-Basistunnel neu (SBTn) ist eines der wichtigsten Infrastruktur-Großprojekte im Herzen Europas. Der zweiröhrige Eisenbahntunnel stellt für Österreich eine nachhaltige Investition in die Eisenbahn-Infrastruktur dar und ist ein Schlüsselprojekt der neuen Südbahn. Mit dem Semmering-Basistunnel neu wird auf der Südbahn im Abschnitt Semmering die infrastrukturelle Grundlage für ein verbessertes Angebot im Personen- und Güterverkehr geschaffen. Bundesministerin Doris Bures, EU-Vertreterin Desirée Oen vom Kabinett des EU-Verkehrskommissars Siim Kallas, die beiden Landeshauptmänner von Niederösterreich und der Steiermark, Erwin Pröll und Franz Voves, sowie ÖBB-Vorstandsvorsitzenden Christian Kern starteten heute offiziell mit einem feierlichen Spatenstich das Projekt. Die Fertigstellung ist für Ende 2024 vorgesehen. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt rd. 3,1 Mrd. EUR gemäß Rahmenplan 2012-2017 endvalorisiert.


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Nutzen und Bedeutung für Österreich

Der Semmering-Basistunnel neu ist ein Schlüsselprojekt auf der neuen Südbahn. Er beseitigt das Nadelöhr über den Semmering zwischen Gloggnitz und Mürzzuschlag. Die "neue Südbahn" mit dem Semmering-Basistunnel und der Koralmbahn schafft eine moderne, leistungsfähige und zukunftssichere Verbindung sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr.

Der Eisenbahntunnel durch das Semmering-Bergmassiv wird die Bergstrecke zwischen Gloggnitz in Niederösterreich und Mürzzuschlag in der Steiermark - das Weltkulturerbe Ghega-Bahn - künftig entlasten. Im Gegensatz zur Bergstrecke wird der Tunnel dank seiner geringen Neigung selbst für schwere Güterzüge uneingeschränkt befahrbar sein. Tonnenschwere Güterwagons müssen nicht mehr wie bisher von zwei oder drei Lokomotiven über den Berg befördert werden, sondern nur noch mit einer. Zusätzlich zur enormen Effizienz- und Kapazitätssteigerung im Güterverkehr wird sich auch die Fahrzeit zwischen Wien und Graz um ca. 40 Minuten verkürzen. Reisende werden dann für die Strecke nur noch 1 Std. 50 Min. benötigen, was sowohl den Reisekomfort als auch die Auslastung auf der Südachse erheblich steigern wird. Nach dem Endausbau der neuen Südbahn wird die Strecke Wien-Graz-Klagenfurt in rund 2 Std. 40 Min. zurückgelegt werden können. Heute benötigt man dafür noch 3 Std. 50 Min.

Gemeinsam mit dem künftigen Hauptbahnhof Wien, der neuen Verkehrsdrehscheibe Hauptbahnhof Graz und der in Bau befindlichen Koralmbahn schafft der Semmering-Basistunnel neu die Voraussetzung für eine leistungsfähige, zukunftsfähige und attraktive Nord-Süd-Verbindung auf der Schiene. Für Österreich erschließen sich damit neue Märkte und Wirtschaftsräume. In der Bauphase werden 4.000 Arbeitsplätze, in der Betriebsphase ca. 15.000 zusätzliche Jobs gesichert und 5,5 Mrd Euro an zusätzlicher Wertschöpfung in den Betriebsjahren bis 2055 generiert (Quelle: Studie von IHS, IKK und WU Wien / ZTL - Zentrum für Transportwirtschaft und Logistik; Auftraggeber: ÖBB-Infrastruktur AG).

Bedeutung für Europa

Die Südbahn ist mit ihrem Herzstück, dem Semmering-Basistunnel neu, innerhalb Europas das zentrale Verbindungsglied auf der transeuropäischen Route von der Ostsee bis zur Adria. Durch den Ausbau dieser Baltisch-Adriatischen Achse von Danzig über Warschau und Wien nach Triest, Venedig und Bologna werden die wachsenden Industrieräume in Polen und Osteuropa mit dem starken oberitalienischen Wirtschaftsraum vernetzt. Für die EU-Regionen entlang der Baltisch-Adriatischen-Achse zeichnt sich lt. Studie durch Inbetriebnahme der ausgebauten österreichischen Projekte eine zusätzliche Wertschöpfung von rund 5,8 Mrd. Euro und 31.000 Arbeitsplätzen ab.

Im Einklang mit Natur und Umwelt

Neben der besseren Schienenverbindung sowohl national als auch international und der Sicherung des Wirtschaftsstandortes Österreich zahlt sich die Investition in den Semmering-Basistunnel auch für Mensch und Umwelt aus. Der Basistunnel schafft die Möglichkeit, mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen. Dadurch steigt die Verkehrssicherheit und gleichzeitig wird das Klima geschützt und die Umwelt geschont.

Weltkulturerbe Semmeringbahn

Um die Verträglichkeit des Semmering-Basistunnel neu mit dem bestehenden Weltkulturerbe der Semmeringbahn zu überprüfen, hat das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) das UNESCO Welterbezentrum um Überprüfung gebeten. Diese fand bereits im Frühjahr 2010 durch einen vom internationalen Rat für Denkmalpflege beauftragten Experten statt. Dabei wurden die Berührungspunkte des Semmering-Basistunnels neu mit dem Welterbe erläutert. Neben Maßnahmen zur Erhaltung der Bergstrecke wurden auch wirtschaftliche und touristische Aspekte beleuchtet sowie Tunnelgegner eingeladen, die ihre Bedenken und Sorgen einbringen konnten. Die Prüfung hat ergeben, dass das Tunnelprojekt "die außergewöhnliche universelle Bedeutung das Welterbes" nicht beeinträchtigt. Um dies auch in der Projektumsetzung zu gewährleisten, wurde ein internationaler, interdisziplinärer Beirat eingerichtet.

Das Projekt Semmering-Basistunnel neu

Der 27,3 km lange Semmering-Basistunnel neu verbindet Gloggnitz in Niederösterreich mit Mürzzuschlag in der Steiermark. Er besteht aus zwei parallel geführten Tunnelröhren mit rund 10 Metern Durchmesser, die in einem Abstand von 40 bis 70 Metern zueinander errichtet werden. Sie sind in Abständen von maximal 500 Metern durch begehbare Querstollen, sogenannte Querschläge, miteinander verbunden, welche primär der Selbstrettung dienen. Der Semmering-Basistunnel neu entspricht somit den aktuellen Anforderungen an die Tunnelsicherheit. Im Ereignisfall gelangen die Passagiere über die Querschläge in die sichere Tunnelröhre. Außerdem ist in der Tunnelmitte zwischen den beiden Röhren eine Nothaltestelle eingerichtet, von der aus die Passagiere im Ereignisfall über die jeweils sichere Röhre aus dem Tunnel gebracht werden können. Der Basistunnel durch das Semmering-Gebiet wird nach seiner Fertigstellung einer der längsten Eisenbahntunnel Österreichs sein und auf der Südbahn im Abschnitt Semmering Fahrgeschwindigkeiten bis 230 km/h erlauben.

Projektzeitplan

Erste Baumaßnahmen finden im Portalbereich Gloggnitz statt. Dazu zählen wasserbauliche Maßnahmen für den Hochwasserschutz im Gebiet von Gloggnitz, zwei neue Eisenbahnbrücken, eine neue Straßenbrücke, ein Unterführungsbauwerk für die Reichenauer Landesstraße B27 sowie die Baufeldfreimachung und die Herstellung einer Baustellenfläche für die kommenden Tunnelvortriebstätigkeiten in Gloggnitz. Außerdem werden die ersten Maßnahmen für die Ersatzwasserversorgung der Gemeinde Spital am Semmering gesetzt. Der erste Tunnelvortrieb ist 2014 im Fröschnitzgraben geplant. 2015 soll mit den Vortriebsarbeiten in Gloggnitz sowie beim Zwischenangriff Göstritz begonnen werden. Voraussichtlich 2016 wird das Tunnelbaulos in Grautschenhof gestartet. Bis 2021 sollen alle Vortriebsarbeiten abgeschlossen und die beiden Tunnelröhren im Rohbau durchgängig fertiggestellt sein. Nach Einbau der Tunnelausrüstung kann der Semmering-Basistunnel neu voraussichtlich Ende 2024 in Betrieb genommen werden.

Gut durchdachte Baulogistik

Die Errichtung eines Infrastrukturprojekts dieser Größe verlangt eine umfassende Baulogistik. Die Baustellen müssen einerseits mit Baustoffen versorgt und andererseits muss das Ausbruchsmaterial des Semmering-Basistunnels neu abtransportiert werden. Dafür kommen modernste lärm- und emissionsarme Fahrzeuge zum Einsatz. Während der Bauphase werden eigene Umfahrungsstraßen errichtet oder hochrangige Straßenwege als Ortsumfahrungen genutzt. Zusätzlich werden rund um Baustellenflächen Lärmschutzwände errichtet. Soweit möglich, wird Ausbruchs- und Baumaterial auf der Schiene befördert. Weiters werden Deponien in Baustellennähe errichtet. Nach Ende der Ablagerung werden sie rekultiviert, neu gestaltet und standortgerecht bepflanzt, sodass neuer Lebensraum entsteht.

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