(18.10.2011)
Um den Arbeitern auf der Baustelle des Zürcher Bahnhofs Löwenstrasse einwandfreie Arbeitsbedingungen zu schaffen, hat die SBB ein umfangreiches Massnahmenpaket erarbeitet. Es wird kein Arbeiter im problematischen Bereich arbeiten müssen, bis die Massnahmen umgesetzt sind. Voraussetzung ist allerdings, dass die Gewerkschaft UNIA einlenkt und die Baustelle wieder freigibt.
Die SBB hat den Unmut der Arbeiter auf der Baustelle von Anfang an ernst genommen: Mitte September zeigte sich, dass Mitarbeitende der Arbeitsgemeinschaft (AR-GE) Bahnhof Löwenstrasse unter den Gleisen 11 bis 14 des Hauptbahnhofs Zürich von Abwasser aus offenen Zugstoiletten betroffen waren. Die SBB hat daraufhin umgehend reagiert und die Arbeiten auf der Baustelle für zwei Wochen einstellen lassen. Verschiedene Massnahmen sind ergriffen worden, unter anderem wurde eine wasserfeste Plexiglas-Abdeckung auf den betroffenen Geleisen installiert. Da dies
offenbar nicht ausreichte, hat die SBB heute Nachmittag weitere Massnahmen beschlossen:
Unter den betroffenen Gleisen wird eine Rinne moniert, um allfälliges Restwasser aufzufangen. Diese Arbeiten sind bis spätestens am Samstag beendet, sofern die UNIA die Baustelle freigibt. Während den Montagearbeiten werden die Gleise für den Zugverkehr gesperrt.
Alle Direktzüge zwischen Konstanz und Biel verkehren ab Mittwochabend mit Wagen, die geschlossene Toiletten haben.
Alle Züge mit einer Länge von bis zu 300 Meter halten vor den Hilfsbrücken, sodass die betroffenen Gleise von ihnen nicht befahren werden. Diese Massnahme gilt ab Mittwochmittag.
Bei mehr als 300 Meter langen Zügen werden vor der Einfahrt in den HB die Toiletten der ersten vier Wagen durch das Zugpersonal abgeschlossen. Dies gilt ab Mittwochvormittag.
Für Passagiere, die dringend auf die Toilette müssen, hat die SBB mobile WC's auf den betroffenen Perrons aufgestellt. Wer diese nicht benützen will, kann am Infopoint einen Jeton fürs sonst kostenpflichtige WC im Bahnhof verlangen. Diese Massnahme läuft ab Mittwochvormittag.
Die SBB verlangt von der UNIA, dass sie den Zürcher Hauptbahnhof wieder freigibt, damit die genannten, nötigen Anpassungen auch durchgeführt werden können. Die SBB ist irritiert über das Verhalten der Gewerkschaft, die sich nicht an Abmachungen gehalten und das Gespräch verweigert hat. Die SBB hingegen hat heute – und somit einen Tag vor dem Treffen mit der UNIA – einen Lösungsvorschlag präsentiert.