(20.09.2011)
Anlässlich eines Tages der offenen Tür der ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH wurde am vergangenen Samstag die erste Variobahn der Stadler Pankow GmbH der Öffentlichkeit präsentiert und in den regulären Fahrgastbetrieb genommen. Im Rahmen des feierlichen „Roll out" wurde die erste Straßenbahn durch den Potsdamer Oberbürgermeister Jann Jakobs, den brandenburgischen Minister für Infrastruktur, Jörg Vogelsänger, Vertreter aus Opole, den ViP-Geschäftsführer Martin Grießner sowie durch den Geschäftsführer des Variobahn-Herstellers Stadler Pankow GmbH, Michael Daum, auf den Namen der polnischen Partnerstadt „Opole" getauft.
„Mit den neuen Variobahnen gehen wir einen wichtigen Schritt bei der Umstellung unserer Straßenbahnflotte auf Niederflurfahrzeuge", erklärt Martin Grießner,. „Die 100-prozentige Niederflurigkeit erhöht die Nutzbarkeit unserer Straßenbahnen für alle Fahrgäste. Wichtig ist uns zudem der erhöhte Komfort insbesondere für mobilitätseingeschränkte Personen und Familien mit Kindern." Dank der getriebelosen Antriebstechnik mit wartungsarmen Radnabenmotoren und einer Wagenbreite von 2,30 Metern ist der Innenraum der Potsdamer Variobahn großzügiger als in anderen Modellen. Die Bereiche für Rollstuhlfahrer, Fahrräder, Kinderwagen und sperriges Gepäck sind größer. „An Stelle eines Rollstuhlfahrers können nun zwei Rollstuhlfahrer mitgenommen werden", so Grießner. „Zudem erleichtern zwei mechanische Klapprampen den Einstieg." Die kontrastreiche Farbgestaltung sowie klare und einfache Strukturen gewährleisten eine leichte Nutzbarkeit. Die beiden Fahrkartenautomaten der vollklimatisierten Variobahn sind mit einem
Touch Display einfach zu bedienen; die Bezahlung ist auch mit Geldscheinen oder EC-Karten möglich. Grießner weiter: „Neben der hohen Funktionalität freuen wir uns auch über die Gestaltung der Variobahn, da sich durch sie das Unternehmen und die Stadt Potsdam wieder finden. Denn die Farbgebung und das äußere Erscheinungsbild mit der markanten Ecke stehen für die ViP, die Gestaltung der Sitzpolster für Potsdam."
Michael Daum, Geschäftsführer der Stadler Pankow GmbH, sagt: „Wir sind stolz, dass nun auch in der Metropolregion Berlin/Brandenburg Variobahnen von Stadler im Einsatz sind." Variobahnen werden mittlerweile nicht nur bundesweit – beispielsweise in Mainz und Bochum – eingesetzt, sondern sind auch auf internationaler Ebene wie in Bergen, Norwegen, und demnächst in London. Daum ergänzt: „Dank der guten Zusammenarbeit konnte die Straßenbahn fristgerecht produziert und zugelassen werden und nun planmäßig in den Fahrgastbetrieb gehen." Die Inbetriebnahme erfolgte nach einer ausführlichen Testphase, die sämtliche Sicherheitsaspekte wie Bremswirkung, Laufgüte, Fahrdynamik oder Kurvenlage berücksichtigte. Im Anschluss an die erfolgreiche Testphase wurde die Variobahn durch das vom Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft beauftragte Eisenbahn-Bundesamt als zuständiger Technischer Aufsichtsbehörde (TAB) zugelassen.
Potsdams erste Variobahn mit der Wagennummer 421 wurde im Rahmen des Tages der Offenen Tür der ViP für Rundfahrten durch die Landeshauptstadt genutzt und ist seit dem 18. September auf den Linien 92 und 96 zwischen Kirchsteigfeld und Bornstedter Feld im regulären Betrieb. Zwei weitere Variobahnen werden derzeit für die Schulung der Tramfahrer genutzt. ViP hat insgesamt 14 Variobahnen bei Stadler Pankow bestellt – mit Option auf vier weitere. „Die modernen Variobahnen sollen sukzessive die Tatra-Trams ersetzen", berichtet Grießner. „Auch die weiteren neuen Trams wollen wir nach Potsdamer Partnerstädten benennen."
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