(30.08.2011)
Am 20. August vor genau einhundert Jahren, am 30. August 1911, fand im Beisein des eidgenössischen Kontrollingenieurs die Kollaudation (Abnahmeprüfung) des von einigen Verwaltungsräten vorfinanzierten Motorwagens No. 6 der Arth-Rigi-Bahn statt.
Dass heute viele nostalgische Bahnfahrzeuge auf der Schiene stehen ist nichts Besonderes. Was aber auf der Arth-Rigi-Bahn und seit einigen Jahren auch auf der Strecke der Vitznau-Rigi-Bahn verkehrt, ist ein Unikum von Weltrang.
Die RIGI BAHNEN AG betreiben neben neueren Fahrzeugen einen weltweit einzigartigen Zahnradnostalgiewagenpark in Normalspur der seinesgleichen sucht. Zehntausende begeisterte Rigi-Gäste fahren jährlich mit dem einen oder anderen, mit grosser Liebe und Können, restaurierten alten Fahrzeug. Da gibt es z.B. Wagen im Originalzustand aus den 1870er Jahren oder auch originale Dampfmaschinen aus den 1920er Jahren.
Die RIGI BAHNEN AG hält weltweit eine der Perlen unter den historischen Bahnwagen. Heute am 30. August 2011 wird der weltweit einzige und betriebsfähige elektrische Zahnradtriebwagen in Normalspur exakt 100jährig. Am 30. August 1911 waren die Beamten des zuständigen Bundesamtes in Goldau und prüften die Neukonstruktion des elektrischen Fahrzeuges auf Herz und Nieren. Und siehe da! Der Betrieb des Wagens wurde wegen Mängel nicht gestattet. Erst eine zweite Kontrolle am 13. und 14. September erlaubte die Inbetriebnahme „unter Vorbehalten" ab dem 15. September 1911. Die definitive Abnahme des Fahrzeuges fand erst im Mai 1912 statt. Anscheinend haben die Motorenlager und die Klinkenbremse einige Probleme verursacht. Das vorhandene Protokoll ist in altdeutscher Schrift verfasst und etwas schwierig zu lesen.
Sehr interessant sind folgende Eckdaten: Die Bestellung erfolgte am 7.Januar 1911 zum Preis von CHF 47'900 und Lieferfrist per 7. Juli 1911 (es handelte sich um eine Neukonstruktion), Ablieferung am 10. August 1911 (Konventionalstrafe Lieferverzug Fr. 68.- pro Tag).
Wir gratulieren dem alten Triebwagen herzlich und finden es toll, dass der Zeitzeuge aus 1911 noch existiert und wie die letzten Wochen zeigen, auch rege gebraucht wird. Der Triebwagen wird ganzjährig für Festivitäten und zu Spitzenzeiten für Entlastungszüge eingesetzt, im Winter auch für die beliebten Fonduefahrten.